Was macht einen guten Pinot Noir aus?
Wer einmal einen wirklich guten Pinot Noir getrunken hat, versteht sofort, warum diese Rebsorte so viele Menschen in ihren Bann zieht. Und wer versucht hat, ihn zu produzieren, versteht genauso schnell, warum er so viele Winzer zur Verzweiflung treibt. Der Pinot Noir ist launisch, dünnhäutig und gnadenlos ehrlich, er zeigt immer genau das, was ihm der Boden, das Klima und der Mensch dahinter mitgegeben haben.

Eine Rebsorte, die nichts verzeiht
Der Pinot Noir gehört zu den ältesten und zugleich empfindlichsten Rebsorten überhaupt. Seine Beeren sind kleinbeerig, dichtgedrängt und haben eine dünne Schale, das macht sie anfällig für Fäulnis und Pilzkrankheiten. Wer ihn anbaut, muss den Weinberg kennen wie die eigene Westentasche. Jede Entscheidung im Rebberg, vom Laubschnitt bis zur Lese, hinterlässt eine Spur im Glas. Genau das ist es, was uns an dieser Sorte fasziniert: Sie ist kein Wein, den man macht. Sie ist ein Wein, dem man zuhört.
Was die Bündner Herrschaft besonders macht
Dass der Pinot Noir ausgerechnet in Graubünden so aussergewöhnlich gut gedeiht, ist kein Zufall. Die Bündner Herrschaft, mit den Gemeinden Fläsch, Maienfeld, Jenins und Malans, bietet eine seltene Kombination aus alpinem Klima, kalkhaltigen Böden und einem besonderen Wetterphänomen: dem Föhn. Dieser warme Südwind bringt Trockenheit, die Fäulnisdruck reduziert und den Trauben ermöglicht, oftmals mit wenig Stress bis zur vollständigen physiologischen und phenologischen Reife zu hängen. Das Ergebnis sind Beeren mit konzentriertem Aroma, feiner Säure und dem charakteristischen Tiefgang, der einen Herrschäftler Pinot Noir von anderen unterscheidet. Die kühlen Nächte tun ihr Übriges: Sie bewahren die Frische und Eleganz, die diese Sorte in der Seele trägt. Unsere Pinot Noir Weine entdecken

Qualität entsteht im Rebberg, nicht im Keller
Ein guter Pinot Noir beginnt lange vor der Lese. Qualität im Keller ist nur möglich, wenn die Trauben gesund, reif und sorgsam geerntet wurden. Wir arbeiten mit niedrigen Erträgen, nicht weil es sich gut anhört, sondern weil die dann die Rebe ihre Energie in weniger Beeren steckt. Im Keller versuchen wir, so wenig wie möglich einzugreifen. Der Wein soll sprechen, nicht wir. Das bedeutet: behutsame Extraktion, kontrollierte Temperaturen während der Gärung und Geduld beim Ausbau. Ein Pinot Noir braucht Zeit. Wer das akzeptiert, bekommt etwas zurück, das einen nicht mehr loslässt. Pinot Noir Intus entdecken

Was den Pinot Noir im Glas auszeichnet
Ein gelungener Pinot Noir aus der Bündner Herrschaft riecht nach roten Beeren, Kirschen, würzigen Noten und hat eine angenehme Frische. Er ist nie massiv, nie wuchtig, aber er hat Substanz. Die Tannine sind fein, die Säure lebendig, der Abgang lang. Er passt zu einem guten Stück Fleisch genauso wie zu einem Abend, an dem man einfach nur einen schönen Wein trinken möchte.
Wenn wir in unsere Rebberge schauen und die Trauben im Spätsommer reifen sehen, wissen wir jedes Mal aufs Neue, warum wir das tun. Der Pinot Noir macht es einem nicht leicht, aber er gibt es zurück. Aktueller Jahrgang